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UV-Schutzfolie für Fenster und Schaufenster: Welche Werte wirklich zählen

· 963 Wörter

Welche Kennwerte bei UV-Schutzfolie zählen – mit echten Zahlen aus unseren Datenblättern: UV-Transmission, Ausbleichschutz und der oft übersehene TDW-Wert.

Kurz gesagt

  • Die Folien, die wir verarbeiten, lassen laut Datenblatt weniger als 1 Prozent der UV-Strahlung durch – das entspricht einer Rückweisung von über 99 Prozent.
  • Der Ausbleichschutz ist ein eigener, niedrigerer Wert: rund 84 Prozent. Er wird über 300 bis 700 Nanometer gemessen und schließt damit das sichtbare Licht ein.
  • Wer nur auf die UV-Angabe schaut, vergleicht die falsche Zahl. Entscheidend für Ihre Auslage ist der TDW-Wert – je niedriger, desto besser der Ausbleichschutz.
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Illustration eines Schaufensters bei praller Sonne: eine Schutzfolie wird aufgezogen, Pfeile zeigen die abgehaltene Strahlung.

Ein Schaufenster nach Süden ist ein Brennglas. Textilien verlieren ihre Farbe, Verpackungen vergilben, Displays wirken nach einem Sommer müde – obwohl die Ware neu ist. Wer dagegen etwas tun will, stößt schnell auf Prospekte mit großen Prozentzahlen. Nur helfen die wenig, wenn man nicht weiß, welche Zahl wofür steht.

Kurz gefasst: Die Sonnenschutz- und Ausbleichschutzfolien, die wir verarbeiten, lassen laut Datenblatt weniger als 1 Prozent der UV-Strahlung durch – das entspricht einer Rückweisung von über 99 Prozent. Diese Zahl allein sagt aber noch nicht, wie gut Ihre Auslage geschützt ist. Denn Ausbleichen wird nicht nur von UV-Strahlung verursacht, sondern auch von sichtbarem Licht. Deshalb gibt es einen zweiten, getrennt gemessenen Kennwert: den Ausbleichschutz. Er liegt bei derselben Folie bei rund 84 Prozent. Wer beim Vergleich nur auf die UV-Angabe schaut, vergleicht also die Zahl, bei der sich ohnehin alle guten Folien ähneln – und übersieht die, auf die es für seine Ware ankommt.

Welche Kennwerte stehen im Datenblatt – und was bedeuten sie?

Die Datenblätter der Hersteller sind auf den ersten Blick eine Wand aus Abkürzungen. Tatsächlich sind nur vier davon für die Entscheidung wichtig:

Kennwert Bedeutung
UV-T
UV-Transmission, gemessen bei 300–380 nm
Anteil der UV-Strahlung, der durchkommt. Bei guten Folien unter 1 %.
TDW
nach ISO, gemessen bei 300–700 nm
Der Ausbleichwert. Je niedriger, desto besser geschützt. Schließt sichtbares Licht ein.
SL-T
sichtbare Lichttransmission
Wie hell es hinter der Scheibe bleibt. 85 % = kaum ein Unterschied, 16 % = deutlich dunkler.
Ges. red. Str.
gesamte am Glas reduzierte Strahlung
Der Wärmeschutz. Laut Datenblatt bis zu 82 % – der Raum heizt sich spürbar weniger auf.

Die vollständigen Übersichten für die Folien, die wir verarbeiten, stehen als PDF in unserem Downloadbereich – mit allen Werten je Folientyp. Wer vergleichen will, sollte die Zahlen nebeneinanderlegen und nicht den Werbetexten der Anbieter folgen.

Warum bleicht Ware trotz über 99 Prozent UV-Schutz aus?

Das ist die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird – und die Antwort erklärt, warum Prospektangaben so oft enttäuschen. UV-Strahlung im Bereich 280 bis 380 Nanometer ist der stärkste Verursacher des Ausbleichens; sie wird von einer guten Folie fast vollständig zurückgehalten. Aber auch sichtbares Licht, also der Bereich von 380 bis 780 Nanometer, greift Farbpigmente an – langsamer, aber stetig.

Genau deshalb messen die Hersteller den Ausbleichschutz über einen breiteren Bereich als den UV-Schutz. Auf einem unserer Datenblätter steht für dieselbe Folie: UV-Schutz über 99 Prozent, Ausbleichschutz 84 Prozent bei Einfachglas und 82 Prozent bei Doppelverglasung. Das ist kein Widerspruch, sondern die ehrliche Aufteilung zweier verschiedener Fragen.

Für Sie heißt das: Eine Folie verlangsamt das Ausbleichen erheblich, sie stoppt es nicht. Ein Textil, das ohne Schutz in einem Jahr sichtbar verblasst, hält mit Folie ein Vielfaches davon aus – irgendwann verändert es sich trotzdem. Wer das weiß, plant seine Auslage anders und wechselt empfindliche Stücke rechtzeitig.

Welche Folie passt zu welchem Ziel?

Alle guten Folien halten über 99 Prozent der UV-Strahlung zurück. Der Unterschied liegt woanders – nämlich darin, wie viel Licht und Wärme sie zusätzlich wegnehmen:

  • Nur Ausbleichschutz, Fenster soll hell bleiben. Eine reine Ausbleichschutzfolie lässt laut Datenblatt bis zu 85 Prozent des sichtbaren Lichts durch und fällt im eingebauten Zustand kaum auf. Die richtige Wahl für Ladenlokale, in denen die Auslage wirken soll.
  • Ausbleichschutz plus Hitzeschutz. Sonnenschutzfolien reduzieren die Strahlung insgesamt um bis zu 82 Prozent und entlasten damit auch die Klimaanlage. Dafür sind sie getönt oder verspiegelt und lassen deutlich weniger Licht durch.
  • Kein Spiegeleffekt von innen bei Dunkelheit. Dual-reflektive Folien haben nach innen und außen unterschiedliche Reflexionswerte. Das reduziert den bekannten Effekt, dass verspiegelte Fenster abends von innen wie ein Spiegel wirken.

Welche Variante an Ihrem Fenster sinnvoll ist, hängt neben dem Ziel auch vom Glas ab. Schicken Sie uns ein Foto Ihrer Scheibe – wir sagen Ihnen, was geht.

Worauf muss ich bei Isolierglas achten?

Hier liegt der Punkt, den Onlineangebote regelmäßig übergehen. Eine Folie, die Strahlung absorbiert, erwärmt die Scheibe. Bei Einfachglas ist das unkritisch. Bei Isolier- und besonders bei Dreifachverglasung kann die zusätzliche Wärmeaufnahme Spannungen erzeugen – im ungünstigen Fall bis zum Glasbruch, und den zahlt keine Versicherung, wenn die falsche Folie verklebt wurde.

Deshalb steht auf den Datenblättern eine Empfehlung zur Glas-Folie-Kombination, gestaffelt nach Risiko: unbedenklich, Prüfung nötig, oder nur auf gehärtetem Glas. Wir klären den Glasaufbau vor der Montage – das kostet einen Anruf und erspart im Zweifel eine neue Scheibe.

Innen oder außen kleben?

Wo immer möglich kleben wir von innen. Die Folie ist dort vor Witterung, Reinigungsgeräten und Beschädigung geschützt und hält spürbar länger. Außenfolien setzen wir ein, wenn die Wärme gar nicht erst in die Scheibe soll oder wenn der Glasaufbau eine Innenverklebung nicht verträgt.

Für beide Fälle gibt der Hersteller bei allseitiger Randversiegelung 7 Jahre Garantie bei senkrechter Montage und 5 Jahre bei schräger. Die Randversiegelung ist dabei kein Zusatz, sondern Bedingung: Ohne sie kriecht Feuchtigkeit an die Kante, und die Folie löst sich von außen nach innen.

Warum ein Meisterbetrieb aus der Region

Folie ist ein Material, das Erfahrung braucht – beim Zuschnitt, beim Anlegen und vor allem bei der Beurteilung, welcher Typ zu welchem Glas passt. Wir arbeiten seit 1993 von Stolberg aus, kommen zum Aufmaß nach Aachen, Eschweiler, Würselen oder Düren und montieren selbst. Wenn Jahre später eine Scheibe getauscht wird, wissen wir noch, welche Folie darauf war.

Fazit

Beim Vergleich von UV-Schutzfolien führt die auffälligste Zahl in die Irre: Über 99 Prozent UV-Rückweisung schaffen alle guten Folien. Entscheidend für Ihre Auslage sind der Ausbleichwert und die Frage, wie viel Licht Sie behalten wollen. Beides steht in den Datenblättern, die Sie sich in unserem Downloadbereich ansehen können.

Wenn Sie wissen wollen, was an Ihrem Schaufenster sinnvoll ist: unverbindliches Angebot anfragen oder anrufen unter 02402 87335. Passend dazu: unsere Leistungsseiten zu Gebäudefolien und zur Schaufensterbeschriftung, und für Aachener Ladenlokale die Seite Schaufensterbeschriftung in Aachen.

Häufige Fragen

Wie viel UV-Strahlung hält eine UV-Schutzfolie zurück?
Die Sonnenschutz- und Ausbleichschutzfolien, die wir verarbeiten, haben laut Datenblatt eine UV-Transmission von unter 1 Prozent im Bereich 300 bis 380 Nanometer. Das entspricht einer Rückweisung von über 99 Prozent und gilt für die gesamte Serie – von der stark verspiegelten Außenfolie bis zur nahezu klaren Ausbleichschutzfolie. Der Unterschied zwischen den Typen liegt nicht beim UV-Schutz, sondern bei Lichtdurchlass, Wärmereduktion und Spiegelung.
Warum bleicht meine Ware trotz UV-Schutzfolie aus?
Weil UV-Schutz und Ausbleichschutz zwei verschiedene Dinge sind. UV-Strahlung ist der stärkste, aber nicht der einzige Verursacher – auch sichtbares Licht greift Farbpigmente an. Deshalb wird der Ausbleichschutz über einen größeren Bereich gemessen, von 300 bis 700 Nanometer, und liegt entsprechend niedriger: Eine Folie mit über 99 Prozent UV-Rückweisung kommt laut Datenblatt auf rund 84 Prozent Ausbleichschutz. Vollständig verhindern lässt sich das Ausbleichen mit keiner klaren Folie.
Was ist der TDW-Wert?
TDW steht für die nach ISO gemessene Transmission im Bereich 300 bis 700 Nanometer – also der Anteil der ausbleichrelevanten Strahlung, der durch Glas und Folie hindurchkommt. Je niedriger dieser Wert, desto besser der Ausbleichschutz. Eine unserer Folien liegt bei 14 Prozent auf Einfachglas und 13 Prozent auf Doppelglas. Diese Zahl steht in den Datenblättern oft klein am Rand, ist für Auslagen aber die aussagekräftigste.
Verdunkelt die Folie mein Schaufenster?
Das hängt vom Typ ab und ist die eigentliche Auswahlfrage. Eine reine Ausbleichschutzfolie lässt laut Datenblatt bis zu 85 Prozent des sichtbaren Lichts durch und fällt im eingebauten Zustand kaum auf. Eine Sonnenschutzfolie mit starker Wärmereduktion lässt dagegen nur rund 16 Prozent Licht durch und ist deutlich sichtbar verspiegelt. Wer Ware schützen will, ohne das Fenster zu verändern, nimmt die erste Variante.
Wie lange hält eine UV-Schutzfolie?
Der Hersteller gibt bei allseitiger Randversiegelung 7 Jahre Garantie bei senkrechter Montage und 5 Jahre bei schräger Montage. Die Randversiegelung ist dabei keine Formsache: Ohne sie kann Feuchtigkeit an die Kante kriechen, und die Folie löst sich von außen nach innen. In der Praxis halten fachgerecht verklebte Folien deutlich länger als die Garantiezeit.
Kann ich die Folie mit einer Schaufensterbeschriftung kombinieren?
Ja, und das ist der Regelfall. Schutzfolie und Werbebeschriftung schließen sich nicht aus – wir stimmen die Schichten so ab, dass beide ihre Wirkung behalten, und bringen sie in einem Arbeitsgang auf. Das spart einen zweiten Termin und vermeidet, dass später an einer bereits beklebten Scheibe nachgearbeitet werden muss.
Paul Nagelschmidt, Werbetechnik-Meister und Inhaber von Plotec Werbung

Geschrieben von

Paul Nagelschmidt

Werbetechnik-Meister & Inhaber von Plotec Werbung, Stolberg – seit 2023 Meister im Schilder- und Lichtreklamehersteller-Handwerk.

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