Fahrende Werbung für Ihren Betrieb
Der Transporter eines Handwerksunternehmens ist wie ein Werbeplakat oder eine Visitenkarte.

Tipps für eine gelungene Fahrzeug-Werbung:
• Kreativität: Fahrzeug-Beschriftungen sehen oft gleich aus. Mit einem pfiffigen Design kann man sich hier vom Wettbewerb abheben.
Überlegen Sie sich, welche visuelle Botschaft zu Ihrem Betrieb passt – ob als Text oder Bild. Merkfähig ist eine Beschriftung, bei der auf einen Blick
erkennbar ist, was Sie machen und wo ihre Stärken liegen.
• Knackiger Spruch: Wenn Sie einen Slogan haben, gehört er auf das Fahrzeug. Sonst ist auch hier wieder Kreativität gefragt. Ein kurzer, knackiger
Spruch macht Sie einzigartig. Die weniger Kreativen setzen sich im Team oder der Familie zusammen, um einen Spruch zu finden.
• Sparsamkeit: Getreu dem Motto „Weniger ist oft mehr“ sollte Text grundsätzlich sparsam verwendet werden.
Mehr als drei verschiedene Schriften wirken unübersichtlich. Daneben sollten Textblöcke nicht zu nah beieinander stehen.
Auch inflationär eingesetzte Fotos und Bilder verwirren den Betrachter.
• Masse: Je mehr Fahrzeuge der Handwerker einheitlich gestaltet, desto größer die Chance, dass sie Passanten auffallen. Das Ergebnis:
Der potenzielle Kunde erinnert sich leichter an Sie und ruft beim nächsten Auftrag Sie an.
• Sauberkeit: Die schönste Werbung auf dem Auto wirkt nicht, wenn das Fahrzeug dreckig oder zugemüllt ist. Einmal die Woche in die Wasch-
straße und abends den Müll ausräumen, sollte die Regel sein.
• Internet-Adresse: Website geht vor Telefonnummer, denn sie kann man sich leichter merken, als eine lange Zahlenfolge.
Die www-Adresse sollte aber leicht lesbar sein. Von Kürzeln oder zusammengeschriebenen Worten ist abzuraten.
Von Michael Sudahl Stuttgart. Bestimmt jedem von uns ist es schon mal so gegangen: Man steht im Stau und schaut sich die vorbeifahrenden Fahrzeuge an. Sticht dem gelangweilten Fahrer in diesem Moment eine ausgefallene Fahrzeugbeschriftung ins Auge, schaut er genauer hin, merkt sichden Namen oder zückt – in Gedanken bei seiner bald anstehenden Renovierung bestenfalls gleich Kugelschreiber oder Fotohandy. Ein Fall, den sich auch Innenausbau er Thomas Wagner wünscht. In Österreich, im Legoland und in ganz Deutschland ist der neu gestaltete Transporter der Grevesmühlener Objekteinrichtung Hengelhaupt unterwegs. Die Tischler befahren mit demfrisch beklebten Fahrzeug neue
Wege. War die Gestaltung ihrer vier anderen Fahrzeuge und des Kleinlasters bisher eher schlicht, kommt der neue Mercedes-Transporter viel farbenfreudiger daher. „Wir wollten einen Eye-Catcher, der trotzdem nicht überladen wirkt“, erläutert Vertriebsleiter Thomas Wagner das Design. 100.000 Kilometer fahren die Transporter der Objekteinrichtung Hengelhaupt, einer Tochterfirma von Greve Innenausbau, im Jahr. Bisher schmückten nur die wichtigsten Kontaktdaten, das Logo und vor allem die Web-Adresse die weißen Firmenwagen. Grund genug, die Fahrzeugwerbung weiter zu entwickeln.„ Als wir einen neuen Mehrsitzer mit ausreichend Platz für Werkzeug brauchten, haben wir uns im Team zusammengesetzt und unserer Kreativität freien Lauf gelassen“, sagt Wagner. Mit von der Partie der hauseigene Innenarchitekt, der das neue Design des Fahrzeugs entwirft. Das Ergebnis: Die Basis des Wagens ist mit den Farben Anthrazit und Weiß weiterhin zurückhaltend. Den Hingucker bilden die beiden runden Fotos am Ende des Transporters. Sie zeigen zwei Referenz-Räume der Objekteinrichter, das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds in Berlin und darunter die Planung einer Gaststätte. „Auf der Außenhaut unseres Fahrzeugs soll rüberkommen, in welchen Bereichen wir unterwegs sind“, so der Kaufmann. Die Botschaft nimmt auch die Schrift auf: Hier werden die Kernkompetenzen der Tischlerei aufgezählt. Die Kontaktadresse ist im Gegensatz zur Website in kleineren Buchstaben geschrieben und ziert die Türen. Nur drei Schriftarten „Zu viele Bilder und Texte wirken überladen“, rät auch Roland Skibbe, Inhaber der Hilgendorfer Fahrzeugbeschriftung Skibbe. Ist die Schrift zu klein, wird sie schlecht lesbar. Drei verschiedene Schriftarten seien die Grenze, damit die Übersichtlichkeit gewahrt bleibt. Auch Schriften in verschiedene Winkel wirken verwirrend auf den Betrachter. Skibbes Tipp: „Eine 3-D-Verklebung, um die Ecken gelegt, sieht professionell aus.“ Ist der Handwerker selber nicht so kreativ, sollte er sich von einem Grafiker oder einer Werbetechnikfirma beraten lassen. Mithilfe der Transporter-Daten teilt der Werbeexperte die Flächen sinnvoll auf und macht einen ersten Entwurf. Je nach Typ, ob einfacher Aufkleber oder komplette Folienbehaftung, kostet eine professionelle Beschriftung dann zwischen 100 und 3.000 Euro. „Im Vergleich zu anderen Werbemaßnahmen ist das nicht teuer“, findet Raumgestalter Wagner. Deshalb denkt der 46-Jährige auch schon darüber nach, Autos, die neu zum Fuhrpark hinzukommen, beschriften zu lassen. Mit aktuellen Bildern. „Das Auto passt zu unserem Marketing-Konzept, weil wir generell wenig Budget in Kataloge stecken, sondern eher in Präsentationsmappen, die wir dem Kunden zeigen“, so Wagner. Noch ein Faktor sei bei der Beschriftungsplanung nicht zu unterschätzen: Die Standzeit des Wagens. Ein Auto ein paar Tage nicht zu fahren, können sich viele Betriebe nicht leisten. Wagner und seine Kollegen ließen den Wagen deshalb schon drei Tage vor der Übergabe folieren. Grundsätzlich gilt: Die Beschriftung muss strukturiert und darf nicht überfüllt wirken. Ein kurzer Spruch, die Website und eine Grafik können schon viel bewirken. Wichtig ist, dass am Ende ein einprägsames Bild entsteht und eine eindeutige Botschaft vermittelt wird.